Burning-Man Festival, USA

Burning-Man Festival, USA

burningman

Der Burning Man ist ein alternatives Festival in den USA und findet jedes Jahre eine Woche lang von Ende August bis Anfang September statt. Mitten in der Wüste von Nevada wird dabei ein ausgetrocknetter See mitten im Nirgendwo der Wüste von Nevada zu „Black Rock City„, einem riesigen Campingplatz auf dem sich bis zu 50.000 Festival Besucher aus aller Welt und aller Weltanschauungen treffen um gemeinsam Party zu feiern, Musik zu machen, Kunst zu präsentieren oder sich einfach auszutoben. Beim Burning-Man Festival in den USA ist (fast) alles erlaubt. Als Hippie-Event am Strand von San Francisco hat alles angefangen, bevor der Burning-Man zum Mainstream wurde. Hippies mit Gitarre trifft man nun ebenso auf dem Festival wie Yuppies und Techno-Jünger die zu elektronischer Musik tanzen.

Wer Musikfestivals in Europa kennt darf sich beim Burningman Festival nicht den selben Luxus erwarten. Die Philosophie in Black Rock Citiy ist nämlich eine ganz andere. So gibt es z.B. keine fixen Bands die spielen, sondern alles wird von den Teilnehmern selbst organisiert. Die meisten Besucher schließen sich in so genannten Camps zusammen und organisieren ein eigenes kleines Mini-Event, eine eigene Bar oder Tanzfläche. Dabei wird alles in kommunistischer Hippie Manier geteilt. Es ist eine Mischung aus Karneval, Kunst-Ausstellung, Freikörperkultur und ein bisschen Musik-Festival. Sehr gewöhnungsbedürftig ist es auch, dass Geld Tabu ist und auf dem Veranstaltungsgelände – auch „Playa“ genannt – komplett nutzlos ist. Lediglich im Center-Camp kann man sich Wasser, Limo und Kaffee in kleinen Bechern kaufen, ebenso wie Eisblöcke. Die Einnahmen gehen an Indianer aus der Region als Spende. Man muss sich also mit genügend Wasser, Alkohol und Lebensmitteln für 1 Woche ausstatten, da man sich vor Ort nichts besorgen kann. Da Geld verpönt ist kann man sich auch nichts zu trinken kaufen, sondern fragt bei einer „Bar“ eines Camps nach ob man was bekommt oder gesellt sich einfach dazu und feiert mit. Daran muss man sich erst einmal gewöhnen, ist aber anschließend ideal, um Leute kennen zu lernen. Strom und Wasser (Frischwasser als auch Brauchwasser-Entleerung) gibt es übrigens auch nicht, genauso wie Handy- oder Internetempfang. Lediglich Dixie-Klos sind vorhanden.

Wichtige Tipps für Burningman Besucher

  • Ein Wohnmobil (engl. RV / Caravan) ist absolutes Muss für jeden Festival Besucher. Es gibt Sandstürme mit sehr feinem Sand. In einem Zelt hat man sonst alles sofort voller Sand! Sein Wohnmobil sowie den Flug in die USA sollte man so früh wie möglich buchen, da besonders die 1-2 Tage vor dem Start extrem viele Menschen dorthin wollen. Reno mit seinem Flughafen ist am nächsten an Black Rock City, doch sind hierher die Flüge meist auch am teuersten und die Caravans kosten gleich mal 50% mehr als unterm Jahr. Wer den Burningman Besuch gleich mit einer Rundreise durch die USA oder zumindest den Westen der USA verknüpfen möchte, sollte nach San Francisco fliegen und sich dort einen Caravan ausleihen. Je größer desto besser, denn man hat schnell keinen Bock mehr den Küchentisch jeden Abend in ein Bett umzubauen.
  • Man muss Essen, Trinken, Hygieneartikel, Kleidung, etc. für eine Woche dabei haben, das wird am Eingang kontrolliert. Auf dem Festival selbst ist Geld verpöhnt. Es gibt nur im Center-Camp die Möglichkeit becherweise Limo, Wasser, Kaffee oder Tee zu kaufen, sowie Säcke mit Eiswürfeln. Ansonsten gibt es nichts (!) zu kaufen bei Burning-Man.
  • Die meisten Besucher organisieren sich in sogenannten „Camps„. Am besten über Foren nach anderen Burning-Man besuchern suchen oder gleich selbst eine Truppe organisieren. So kann man sich bestimmte Luxus-Sachen wie einen Generator oder ein Bar-Zelt untereinander aufteilen
  • Black Rock City findet in einem ausgetrockneten See statt. Hier gibt es keine Pflanzen, Steine, Wasser oder ähnliches, sondern es ist einfach nur Wüste müt sehr feinem, lehmigem Sand. Dieser kommt durch jede Ritze und ist praktisch immer in der Luft. Bei Sandstürmen kann sich auch die ganze Luft braun färben dass man keine 2 Meter mehr sieht. Deshalb ist ein Mund/Nasenschutz immer mit sich zu führen. Man kann normale Staubfilter nehmen oder sich einfach ein Tuch umbinden wie die Cowboys. Ich habe mich für ein Multifunktions-Schlauchtuch entschieden, das man bequem um den Hals tragen kann wenn man es nicht braucht und schnell über Mund und Nase ziehen kann, wenn Staub in der Luft ist. Eine Sonnenbrille oder besser sogar noch eine Skibrille sind für die Augen auch unentbehrlich. Deshalb am besten 2 Stück mitnehmen, falls eine kaputt gibt, denn – wie gesagt – es gibt nichts zu kaufen!
  • Es gibt öffentliche Toiletten (Dixie Klos) auf dem ganzen Gelände. Toilettenpapier sollte man allerdings selber mitnehmen. Duschen sowie Wasser im Allgemeinen gibt es keines! Man sollte auch beachten, dass man das im Wohnmobil mitgeführte Wasser auch zum kochen, abwaschen, etc. benötigt und auch der Restwasserbehälter nur eine bestimmte Menge fasst. Bei uns ging sich für 2 Personen 1X eine Dusche aus in 7 Tagen. Ansonsten kann man sich mit nem Waschlappen draussen mal den Körper oder das Gesicht waschen, aber mehr oder weniger bleibt man ungewaschen. Durch den Staub und den Wind fühlt man sich jedoch nie klebrig oder verschwitzt.
  • Wer den Brauchwasser-Behälter voll hat sollte sich am besten was zu trinken schnappen und vor dem Wohnmobil warten bis ein „Waste-Water-Truck“ vorbeifährt. Diesen dann anhalten und mit ihm ausmachen, dass er einem das Brauchwasser absaugt. Hat bei uns ca. 50 USD gekostet, aber dann kann man wenigstens mit Wasser-Kanistern den Wohnmobil-Tank wieder befüllen und abwaschen, kochen, spülen, etc.
  • Da es kein Geld gibt geht man einfach zu anderen Camps die eine Bar, Disco oder ähnliches eingerichtet haben, stellt sich kurz vor und bekommt dann praktisch immer auch was zu Trinken angeboten. Der Höflichkeit halber sollte man auch mal ne Flasche mitbringen, wenn man öfters an einem Platz vorbeischaut. Also genügend Bier, Weinflaschen, etc. einkaufen, denn es gibt sonst nichts zu kaufen!
  • Burnign Man ist riesig. es ist in einem 3/4 Kreis aufgebaut mit mehreren Hauptstraßen nach aussen. Die Hauptstraßen sind nach Uhrzeiten geordnet, z.B. 12:30, die äußeren Ringe sind nach Buchstaben geordnet – A, B, C, etc. dabei lassen sich die Veranstalter für die Buchstaben je nach Motto lustige Namen einfallen. Wenn man jemanden trifft und sagen möchte wo man sein Camp hat sagt man einfach „I live 12:30 between Darwin and Earth on the right side“. Eine Flagge, hohe Stange oder ähnliches ist zu empfehlen um den Widererkennungswert zu steigern. Wohnmobile sehen sonst immer ziemlich ähnlich aus.
  • Man sollte sich vor Burning Man unbedingt ein gebrauchtes Fahrrad besorgen um schnell von A nach B zu kommen oder einfach nur rum zu cruisen. Das Kiwanis Bikes Programm für Burning Man ist hier grandios. Für wenige Dollars bekommt man hier ein funktionsfähiges Fahrrad und das Geld kommt nem guten Zweck zugute. Ansonsten sind nur „Mutant Vehicles“ zugelassen. Also Fahrzeuge die kreativ verändert wurden und garantiert auf keiner Straße mehr fahren dürfen.
  • Nach dem Burning-Man Festival bieten Indianer aus dem lokalen Reservoir neben der Straße eine Reinigung des RV’s an. Hier sollte man abwarten bis man ein Schild sieht auf dem Interiour & Exteriour Cleaning steht. Die ersten Stationen reinigen nämlich nur aussen, aber gerade die Innenreinigung ist sehr wichtig. Wer das nicht macht, wird bei der Rückgabe der RVs an den Verleiher kräftig Putzzuschlag bezahlen! Es gibt auch Plätze für „Waste Dumping“, hier kann man dann seinen Müll gegen eine kleine Gebühr direkt entsorgen.

Bilder vom Burning-Man Festival

Videos vom Burning-Man Festival

Deutsche schildern ihren Besuch bei Burning-Man

Beginner’s Guide to Burning Man – Grundlegende Infos für Neulinge

Die Philosophie von Burning-Man mit imposanten Bildern anschaulich erklärt

Burning Man Hula Cam 2012

Anreise nach Black Rock City (Burningman)

Anreise per Flugzeug

Der am nächsten gelegene Flughafen ist Reno. Hier sind die Flüge vor Burning Man allerdings am teuersten und auch die RVs (Wohnmobile) haben hier spezielle Burning-Man Preise, sofern man überhaupt noch einen findet. Günstiger ist es zum Flughafen San Francisco zu fliegen und sich dort im Voraus einen großen RV auszuleihen. In den USA darf man jede Größe mit einem normalen Führerschein fahren. Man sollte nur über 21 sein und eine Kreditkarte besitzen. Von San Francisco fährt man dann mit dem RV 2 Stage und von Reno aus 1 Tag mitten in die Wüste von Nevada. Unbedingt in Reno den Tank komplett vollmachen. Es gibt anschließend nur noch 2 deutlich teurere Tankstellen die meist eine lange Warteschlange anderer Wohnmobile vor sich haben.

Burning Man mit Rundreise durch die USA verknüpfen:

Es bietet sich auch eine Rundreise durch den Westen der USA an: San Francisco, Reno, Burning-Man, Reno, durch das Death Valley nach Las Vegas oder in den Yosemite National Park, Los Angeles – hier ist ein abstecher nach Mexiko, Tijuana möglich, einfach Wohmobil auf einem bewachten Parkplatz an der Grenze abstellen und mit Bus übersetzen – anschließend der Küste entlang hoch nach San Francisco.