Karneval in Köln, Fasching feiern in Deutschland

Wer wissen will, was ein Dreigestirn ist und wie man Stippeföttchen tanzt, wer bei einer Nubbelverbrennung dabei sein will und Bonbons und Blumensträuße fangen möchte, der sollte zum Karneval nach Köln fahren. Für knapp eine Woche verwandelt sich die Millionenstadt am Rhein in eine einzige Party- und Schunkelmeile, auf der das Kölsch in Strömen fließt. Von Weiberfastnacht bis zum Aschermittwoch ist Köln in einer Art Ausnahmezustand. Wer auf der Suche nach einem ungewöhnlichen Ziel für einen Partyurlaub ist, eine originelle Abi- oder Abschlussfahrt machen will, der sollte sich eine Pappnase aufsetzen, das Kölsch Glas in die Hand nehmen und sich ins Gewühl des Kölner Karnevals stürzen. Karneval in Köln zu feiern macht Spaß, auch wenn das Ganze im Winter stattfindet, aber man kann sich warm feiern und dann ein einzigartiges Fest erleben, das aus Tradition und Moderne, seltsam anmutenden Ritualen und farbenprächtigen Umzügen mit viel Musik besteht und das in dieser Form auf der Welt einmalig ist. Kölle Alaaf heißt übrigens der Schlachtruf.

Carne Vale“ heißt aus der lateinischen Sprache übersetzt Fleisch lebe wohl und daraus leidet sich das Wort Karneval ab. Schon in heidnischen Zeiten feierten die Menschen das Ende des Winters mit fröhlichen Festen und daraus wurde in christlichen Zeiten der Karneval. Im Mittelalter boten Masken und Verkleidung die Möglichkeit, an der Obrigkeit und am Klerus Kritik zu üben, was sonst verboten war. Aber der Karneval war auch die Vorbereitung auf die Fastenzeit, die am Aschermittwoch begann und bis Ostern dauerte. Das ist noch heute so, denn noch immer nutzen die Katholiken die Zeit vor dem Fasten, um zu feiern und noch heute üben die Narren Kritik an der Obrigkeit und machen darüber ihre Witze. Den Karneval, wie man ihn heute kennt, gibt es in Köln seit über 200 Jahren. Als die Franzosen die Stadt am Rhein eroberten, erlaubten sie den Bürgern ihr „de faire son tour“ zu machen, ihre bunten Umzüge durch die Stadt. 1823 wurde das Festkomitee Kölner Karneval gegründet, das bis heute die oberste Instanz der närrischen Tage ist. Im gleichen Jahr fand auch der erste Rosenmontagumzug durch die Stadt statt, mit dem Dreigestirn Prinz, Bauer und Jungfrau, wobei die Jungfrau immer von einem Mann dargestellt wird.

Das sollte man über den Karneval wissen

Der Spaß am närrischen Treiben kennt keine Altersbegrenzung, Kinder haben ihre Freude beim Fangen der „Kamelle“, der Bonbons, die beim Rosenmontagszug von den Wagen geworfen werden. Alle, die gerne Party machen, die werden sich in der Kölner Altstadt wohlfühlen. Wer den Kölner Karneval hautnah erleben will, der sollte schon am Donnerstag vor dem Rosenmontag in die Domstadt reisen, denn dann wird überall auf den Straßen Weiberfastnacht gefeiert. Es wird gebützt, also geküsst, viel getanzt und noch mehr geschunkelt und gefeiert. Bester Ort ist der Alter Markt im Herzen von Köln, wo Bands wie „De Höhner“ oder auch „De Black Fööss“ auftreten. Am Sonntag finden die sogenannten Schull- und Veedelszöch statt, die Umzüge der Schulen in den einzelnen Kölner Stadtteilen. Am Rosenmontag ist der Höhepunkt der drei tollen Tage erreicht, denn dann ziehen die Garden, die Motto- und Prunkwagen, die Fußgruppen und auch die vielen Musikkapellen quer durch die Stadt. Am Veilchendienstag ist die Nubbelverbrennung. Dabei wird der Nubbel, eine Strohpuppe, feierlich verbrannt und so das Ende der närrischen Zeit eingeläutet. Noch einmal wird gefeiert und getanzt, bevor die Narren dann am Aschermittwoch im Dom ihr Aschekreuz auf die Stirn bekommen und dann bis Ostern fasten müssen.

Wetter & Klima in Köln während des Karnevals

Man sollte sich warm anziehen, wenn man im Kölner Karneval mitfeiern will, denn in der Regel sind die drei tollen Tage Ende Februar oder Anfang März.

Klimadiagramm

Das Klima in Köln (Werte für das ca. 50 km entfernte Düsseldorf) Quelle: Wetterkontor.de

Wo ist im Kölner Karneval was los?

Alle Imis, so nennen die Kölner die Besucher, die zum Karneval anreisen, sollten zum Feiern in der Innenstadt bleiben, denn dort sind die besten Kneipen.

  • Gaffel am Dom (webseite)
    Ein echtes Kölner Brauhaus, in dem man vom Köbes, einem Kellner mit Kölsch versorgt wird und wo man in einer tollen Atmosphäre einen „Halven Hahn“ essen kann. Besonders zur Karnevalszeit ist hier viel los und man lernt schnell neue Leute kennen. Die Preise sind gut und die Stimmung ist noch besser. Mit ein wenig Glück kann man hier auch das Kölner Dreigestirn treffen.
  • Haus Unkelbach (webseite)
    Ein urgemütliches Brauhaus und das nicht nur zur Karnevalszeit. Hier kann man die echte kölsche Küche genießen und ausgelassen die drei tollen Tage feiern. Haus Unkelbach ist eine feste Größe unter den Kölner Gaststätten und schon seit Generationen im Familienbesitz.
  • Roonburg (webseite)
    Die Roonburg in der Kölner Südstadt ist etwas für die jüngeren Karnevalsfans, denn hier kann man von Weiberfastnacht bis Aschermittwoch tolle Partys feiern. Auf zwei Tanzflächen kann man zu angesagten Karnevals- und Schunkelliedern aber auch zur Musik der Toten Hosen tanzen und in gemütlicher Atmosphäre ein oder auch mehrere Kölsch trinken.
  • Flotte (webseite)
    Flotte ist ein Traditionslokal in der Südstadt und weit über die Grenzen von Köln hinaus bekannt für seine tollen und immer lustigen Partys an den närrischen Tagen. Als typisch kölsche Karnevalskneipe bekannt, kann man hier singen, schunkeln, trinken und mitsingen, so laut man möchte.
  • Hemmer (webseite)
    Das Hemmer in Köln Ehrenfeld ist eine klassische Veedelskneipe, die nicht nur während der drei tollen Tage so etwas wie Kultstatus genießt. In einer sehr gemütlichen Atmosphäre kann man an der Theke mit netten Leuten ins Gespräch kommen und so richtig Karneval feiern.

Videos vom Karneval in Köln

Karneval in Köln 2011 – Schull un Veedelszöch

Rosenmontagszug Koeln 2011

Bilder vom Karneval in Köln

Anreise nach Köln

Alle Wege führen zum Karneval nach Köln, ob man nun alleine oder mit Freuden, im Rahmen einer Abschluss- oder Abireise, oder auf einer Städtereise ist.

Mit dem Flugzeug

Wer mit dem Flieger nach Köln kommt, der landet auf dem Flughafen Köln-Bonn und kann von dort aus mit der S-Bahn oder mit einem Bus in die Innenstadt fahren.

Mit dem Auto

Alle, die mit dem eigenen Wagen zum Kölner Karneval anreisen, sollten das Auto in einem der Randbezirke von Köln abstellen und mit der S-Bahn oder U-Bahn oder mit einem Bus in die Innenstadt fahren. Das erspart die Suche nach einem Parkplatz und man kann auch ein Kölsch mehr trinken.

Mit der Bahn

Bahnfahrer haben an den närrischen Tagen die besten Karten, denn vom Kölner Hauptbahnhof bis zum Dom und in die Innenstadt sind es nur wenige Gehminuten. Wer am Rosenmontag rechtzeitig ankommt, der kann sich die besten Plätze sichern.

Bildquelle: Pixelio: Tino Bahr, Peter A, Gerd Altmann, Moni Sertel